Teilen von Autos leicht gemacht

13. Dezember 2013

Teilen von Autos leicht gemacht

Christian Steger-Vonmetz arbeitet seit Jahren an einem Carsharing-Modell, das nicht nur, aber auch kommerziell sein soll. Wir haben ihn zum Boom des Sharings und zu konkreten Erfahrungen befragt.

Carsharing ist in aller Munde, weltweite Zahlen belegen eine Zunahme. Wie verhält sich das in Vorarlberg konkret?

CSV: Carsharing ist bislang ein großstädtisches Phänomen. Das kommerzielle Angebot gibt es in Vorarlberg am Bahnhof in Bregenz und Feldkirch, kommt aber nicht richtig vom Fleck. Angebote bei denen die Gemeinde selbst beteiligt ist, wie in Langenegg oder Thüringerberg, funktionieren hingegen sehr gut.

Bei CARUSO, dem neuen Carsharingmodell in Vorarlberg, war gedacht, dass auch private Personen Autos für andere zur Verfügung stellen. Welche Erfahrungen machen Sie mit dem Vorhaben?

CSV: Das ist leider mühsamer als gedacht. Privatpersonen brauchen besonders viel Unterstützung.

Wie sind die rechtlichen Voraussetzungen beim Teilen von Autos, worauf muss eine Person achten, die Ihr Auto zur Verfügung stellt?

CSV: Das Wichtigste ist, dass es nicht mit Gewinnabsicht geschieht. Kostenteilung ist gut und fair. Außerdem muss klar sein, dass der Fahrer mit dem Auto auch die Verantwortung übernimmt und für allfällige Schäden, die er verursacht, voll haftet.

Ist das einfacher wenn das Auto nicht nur einer Person gehört, wenn sich das Auto also in gemeinschaftlichem Besitz befindet?

CSV: Ja, das ist ideal, insbesondere aus der rechtlichen und emotionalen Sicht.

Was darf denn verrechnet werden, wenn jemand sein geliebtes Automobil anderen zur Verfügung stellt?

CSV: Das amtliche Kilometergeld von derzeit 0,42€/km kann problemlos verrechnet werden, ohne dass Gewerblichkeit unterstellt wird. Firmen, die ihren Mitarbeitern Autos für Privatfahrten zur Verfügung stellen, sollten einen kleinen Beitrag verrechnen; sonst ist das als Sachbezug zu versteuern.

Was würden Sie sagen, sind die größten Hürden, die für eine Ausbreitung des Carsharings zu bewältigen sind?

CSV: Heute ist beim Auto alles auf Privatbesitz ausgerichtet: Vom Stellplatz über die Versicherung bis hin zum Zutrittssystem. Wir brauchen Autos die genauso auf Teilen vorbereitet sind wie der Einkaufswagen im Supermarkt.

Inwiefern spielen bei einem Umstieg vom eigenen Auto auf Carsharing Gewohnheit, Bequemlichkeit und Kosten eine Rolle?

CSV: Das Auto zu teilen sollte bequemer sein als das eigene Kraftfahrzeug halten zu müssen. Beim Carsharing werden die Kosten transparent. Das ist ein Nachteil für Carsharing.

Danke für das Interview!


Edition: Talente Voraralberg, Jahrgang 1, Ausgabe Oktober 2013



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