Ein E-Auto für alle

9. August 2012

Ein E-Auto für alle

Gaubitscher Stromgleiter geht offiziell an den Start

Während sich die Konzerne und großen Carsharing-Anbieter noch schwer tun, E-Autos in ihr Carsharing-Angebot zu integrieren, fängt die Kleingemeinde Gaubitsch im nördlichen Weinviertel einfach damit an. Und ist damit in den ersten Tagen schon erfolgreich. Caruso liefert dazu die passenden Tools.


Eine Gemeinde ist unter Strom

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Vor einem Monat wurde ein Elektro-Auto angeschafft. 27 Einwohner und Vereine nutzen und teilen es seither täglich.

Lautlos gleitet der Wagen über die Straßen. Und das immer öfter. Vor rund einem Monat hat die Gemeinde Gaubitsch, Bezirk Mistelbach, das Elektro-Auto, einen Renault Kangoo, angeschafft. 27 Private und Vereine teilen sich seither den Pkw, der auch „Stromgleiter“ genannt wird. Ein Projekt, das am Land bisher seinesgleichen sucht.

„Ganze 23 Stunden am Tag stehen unsere Fahrzeuge durchschnittlich“, sagt Initiator Georg Hartmann. Nicht so das gemeinsam genutzte Elektrofahrzeug. „Es hat praktisch keinen Tag gegeben, an dem es nicht ausgeliehen worden ist. Meistens sogar zwei, drei Mal am Tag“, rechnet er vor.

Die 27 Nutzer zahlen einen Jahresbeitrag in Höhe von 99 Euro und zehn Cent pro gefahrenem Kilometer – Vollkasko-Versicherung und Strom tanken sind da schon inbegriffen. Reserviert wird das Fahrzeug online. Oft für Einkaufsfahrten ins nahe Laa/Thaya oder Mistelbach. Manchmal aber auch für eine gemeinsame Theaterfahrt nach Wien.

Christian Eigner ist einer der Nutzer. „Ich nehme das Elektroauto hauptsächlich zum Einkaufen fahren“, sagt der junge Gaubitscher. „Weil ich habe nur ein kleines Auto. In den Renault krieg ich mehr rein.“ Beim Fahren merke man kaum einen Unterschied zum „normalen“ Pkw. „Man hört ihn halt nicht und es gibt keine Gangschaltung. Aber er ist angenehm zu fahren.“ Nebeneffekt: Alle Nutzer sehen online, welche Strecke der Fahrer nutzt. „Und wenn sich das deckt, nimmt man eben den anderen mit oder bittet ihn, etwas mitzunehmen“, erzählt Initiator Hartmann.

Bis zu 130 km/h schnell ist das Elektroauto, es hat eine Reichweite von 120 Kilometern. Getankt wird direkt neben dem Gemeindeamt. „Wir haben auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage errichtet, die den Strom einspeist“, erklärt Bürgermeister Alois Mareiner.

Hartmann sieht in dem Projekt „Potenzial für mehr“. „Wenn andere Gemeinden aufspringen, macht es Sinn, ein paar Autos für das Land um Laa anzuschaffen und gemeinsam zu nutzen.“ Doch das ist noch Zukunftsmusik.


Gaubitscher Stromgleiter - ein Elektroauto für alle!

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Pionierarbeit leistet Gaubitsch im Bereich Elektromobilität, denn seit kurzem läuft sehr erfolgreich ein vom Dorferneuerungsverein ins Leben gerufenes und von der Gemeinde mitgetragenes Car-Sharing-Modell. So konnte Georg Hartmann, Kopf der Arbeitsgruppe Mobilität und Energie, seine Idee verwirklichen und nach kurzer Probezeit am 13. August 2012 den offiziellen Startschuß für den Gaubitscher Stromgleiter geben. LR Mag. Karl Wilfing und LAbg. Ing. Manfred Schulz, zahlreiche Bürgermeister aus den Gemeinden im Land um Laa und Interessierte aus der Gemeinde konnten verschiedene vom Autohaus Renault Polke zur Verfügung gestellte Elektrofahrzeuge begutachten und nach einem kurzen Bericht über die Projektentwicklung auch ausprobieren. Sehr bestaunt wurde der durch seine geringe Produktionszahl bei Sammlern beliebte Tesla Roadster sowie der kleine, aber durchaus spritzige Stadtflitzer Twizy.

Beim Gaubitscher Stromgleiter handelt es sich um einen von der Gemeinde angekauften Renault Kangoo, der von mittlerweile 27 angemeldetet Personen bei einer Jahresmiete von 99 € und einem Kilometersatz von 10 Cent genutzt werden kann. Anhand eines einfachen Reservierungssystems kann das Auto jederzeit per Internet gebucht und die Batterieladung abgefragt werden. Benützer des Fahrzeugs sind hauptsächlich Privatpersonen, aber auch Vereine und natürlich die Gemeinde Gaubitsch nehmen das Fahrzeug in Anspruch. Laut Statistik legten die Car-Sharer allein im Monat Juli bereits 1.916 Kilometer zurück, was bedeutet, dass im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrzeug etwa 250 kg CO2 eingespart werden konnte. Nicht nur der Umweltgedanke, auch der finanzielle Hintergrund spricht für dieses in Niederösterreich im ländlichen Raum einzigartige Projekt.


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