Bestnoten für Caruso Carsharing

2. November 2012

Bestnoten für Caruso Carsharing

Die Allmenda social business e.Gen. hat ihr Forschungsprojekt zu privatem Carsharing erfolgreich abgeschlossen. Caruso Carsharing geht nahtlos in den Dauerbetrieb über.

Unterstützt wurde das Projekt vom BMVIT im Rahmen der Programmlinie Ways2Go.

Kommerzielles Carsharing hat sich mittlerweile in europäischen Großstädten fest etabliert. Doch nicht für jeden passt das Standardangebot der großen Carsharing-Anbieter und in Dörfern und Kleinstädten sucht man ohnehin meist vergebens nach einem Carsharing-Auto.

Caruso Carsharing bietet deshalb Hilfe zur Selbsthilfe. Wer sein Auto mit Freunden oder Nachbarn teilen möchte, muss nicht länger auf professionelle Tools verzichten. In einem zweijährigen Forschungsprojekt haben innovative Vorarlberger Unternehmer nicht nur praktische Hilfsmittel wie ein elektronisches Fahrtenbuch und Online-Reservierung entwickelt, sondern ließen sie von Nutzern auf Herz und Nieren testen.

Das Zauberwort heißt User Innovation und bedeutet, dass die Nutzer intensiv in den Entwicklungsprozess mit eingebunden wurden. Und diese sorgen dafür, dass die Werkzeuge absolut alltagstauglich sind. In der Begleitforschung hat CURE, das Center for usability research and engineering, die aktiven Carsharer befragt, wie sie mit diesen Werkzeugen zufrieden sind. Dabei erreichten die Tools alle die Bestnoten zwischen Sehr gut und Gut.

Carsharing-Gruppen bilden sich meist über persönliche Kontakte

Die größten Schwierigkeiten bereitete den Gruppen mit Carsharing überhaupt zu beginnen. Interessierte Partner suchen, Regeln festlegen – das alles ist mit Aufwand verbunden. Caruso hat eine Online Plattform entwickelt über die sich Interessenten finden können und auf der wichtige Infos stehen. Meist geht die Bildung einer neuen Carsharing-Gruppe jedoch über persönliche Kontakte und das geht nicht von heute auf morgen. Carsharing-Gruppen bei Caruso sind sehr unterschiedlich groß, von zwei bis über 30 Mitglieder. Dabei hat sich gezeigt, dass je größer die Gruppe ist, umso stabiler ist sie. Denn wenn ein einzelnes Mitglied wegzieht oder sich das Nutzungsverhalten ändert, kann das in größeren Gruppen leichter ausgeglichen werden.

Die Gruppen wachsen auch vor allem durch Mundpropaganda. Das ist ganz im Sinne von Caruso: „Die Idee ist, dass sich die Leute kennen, einander vertrauen und gegenseitig Rücksicht nehmen“, so Projektleiter Christian Steger-Vonmetz. Das scheint auch das Erfolgsgeheimnis von Caruso zu sein. Die Carsharer brauchen kein Callcenter, sondern rufen sich einfach gegenseitig an, wenn es etwas zu klären gibt.

Caruso Carsharing geht nach dem Forschungsprojekt nahtlos in den Regelbetrieb über. Und die Entwicklung geht weiter. Bereits jetzt kann Caruso das Auto mit dem Telefon aufsperren oder den Batteriestatus beim E-Auto abfragen.

„Moderne Informations- und Kommunikationstechnologie soll auch von privaten Carsharing-Gruppen und Firmen eingesetzt werden. Bezüglich Qualität müssen die Privaten keine Abstriche machen“, ist Projektleiter Steger-Vonmetz stolz auf die Ergebnisse seines Projektes.


Edition: Die Wirtschaft Nr. 44 vom 2. November 2012



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